Zur Geschichte der Norderwerft (1)


1906. Der Hamburger Hauptbahnhof wurde in Betrieb ge-
nommen. Der Michel, das Wahrzeichen der Hansestadt
brannte nieder. Die Geschicke Deutschlands wurden von
Kanzler Fürst Bülow, der von seinem Haus im Jenischpark
auf die Elbe blicken konnte, gelenkt. Einstein begründete
das Gesetz der Gleichwertigkeit von Masse und Energie.
In diesem Jahr wurde am 01. August von Herrn Holtz,
Besitzer der Schlosswerft in Hamburg, eine 9855 qm große
Fläche Staatsgrund am Reiherstieg gepachtet. Dieser ge-
gründete Zweigbetrieb wurde in das Handelsregister der
Hansestadt unter den Namen "Norderwerft" eingetragen.
Fünf Patentslips mit einer Aufslipfähigkeit bis zu 600 t
wurden angelegt. Die "Hamburger Nachrichten" vom
08. Mai 1908 berichten in einem aufschlussreichen Artikel
über die Arbeit des Unternehmens :

In den letzten zwei Jahren ist am linken Ufer des
Reiherstieg ein neues Etablissement entstanden, das
unter dem Namen "Norderwerft" kürzlich vollendet
und eröffnet worden ist. Die Norderwerft ist in allen
Teilen sehr zweckmäßig und so eingerichtet, daß ein
verhältnismäßig umfangreicher und weniger kost-
spieliger Betrieb ermöglicht wird. Die kleine Werft
machte den Eindruck einer mit Sorgfalt erdachten
und ausgeführten Anlage.

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